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Policy Brief

Deutsche Inflation steigt im Januar 2026 auf 2,1 %, Euroraum-Inflation mit 1,7 % deutlich niedriger: IMK Inflationsmonitor

Mit 2,1 % lag die deutsche Inflationsrate im Januar 2026 leicht über dem EZB-Ziel von 2 %, nachdem sie im Dezember 2025 mit 1,8 % darunter gelegen hatte. Dabei dämpften die Energiepreise infolge zunehmender geopolitischer Spannung mit -1,7 % weniger stark als erwartet. Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise zog deutlich auf 2,7 % an und auch die Waren ohne Energie und Nahrungsmittel verteuerten sich stärker als zuvor. Demgegenüber verringerte sich der Preisauftrieb bei Dienstleistungen um 0,3 Prozentpunkte auf 3,2 %. Dennoch erhöhte sich die Kernrate ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak leicht auf 2,4 %.
Der Anstieg des harmonisierten Verbraucherpreisindex betrug 2,1 %. Damit lag die deutsche Rate merklich über der des Euroraums (1,7 %).
Die Inflationsraten der hier betrachteten Haushaltstypen in verschiedenen Einkommensklassen reichten im Januar 2026 von 1,6 % bis 2,0 %, wobei die verstärkte Teuerung bei Nahrungsmitteln die Spreizung etwas verringerte.
Die Europäische Zentralbank erwartet für 2026 und 2027 eine Inflation im Euroraum unterhalb des EZB-Ziels von 2 %, und in Deutschland dürfte sie nur wenig höher ausfallen. Trotz der US-Zölle und der kräftigen Aufwertung, die die Exporte um rechnerisch rund 30 % verteuert haben, hat die EZB es bisher versäumt, ihren Zinssenkungsspielraum zu nutzen, um der fortschreitenden Industriekrise entgegenzuwirken.

Stichworte: Verbraucherpreise, Geldpolitik, Europäische Zentralbank, haushaltsspezifische Inflationsraten, Energiepreise

Quelle

Tober, Silke (2026): IMK Inflationsmonitor - Deutsche Inflation steigt im Januar 2026 auf 2,1 %, Euroraum-Inflation mit 1,7 % deutlich niedriger
IMK Policy Brief Nr. 209, Düsseldorf, 16 Seiten

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