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Policy Brief

Kraftstoffpreise bereits im Februar spürbar gestiegen, deutsche Inflation sinkt dennoch auf 1,9 %: IMK Inflationsmonitor

Mit 1,9 % lag die deutsche Inflationsrate im Februar 2026 leicht unter dem EZB-Ziel von 2 %, nachdem sie im Vormonat mit 2,1 % etwas darüber gelegen hatte. Dabei dämpften die Energiepreise infolge zunehmender geopolitischer Spannung mit -1,9 % erneut weniger stark als zum Jahresende 2025 zu erwarten war. Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise verringerte sich deutlich auf 1,9 %, während sich die Waren ohne Energie und Nahrungsmittel erneut etwas stärker verteuerten als zuvor. Der Preisauftrieb bei Dienstleistungen verharrte bei 3,2 % und die Kernrate ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak bei 2,4 %.
Der Anstieg des harmonisierten Verbraucherpreisindex betrug 2,0 % und lag damit erneut über der des Euroraums (1,9 %).
Die Inflationsraten der hier betrachteten Haushaltstypen in verschiedenen Einkommensklassen reichten im Februar 2026 von 1,5 % bis 2,0 %. Das sind 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte mehr, als wenn die Kraftstoffpreise auf dem Niveau von Dezember 2025 geblieben wären.
Der Energiepreisschock durch den Irankrieg unterscheidet sich grundlegend von den Folgen des Ukrainekriegs, und die Rohöl- und Gaspreise dürften sich noch 2026 weitgehend zurückbilden. Zwar wird die Inflation kurzfristig deutlich über 2?% steigen, im kommenden Jahr aufgrund von Basiseffekten jedoch deutlich darunter liegen. Eine Zinserhöhung der EZB wäre daher verfehlt, zumal die hohen Energiepreise die Wirtschaft belasten, insbesondere die angeschlagene Industrie.

Stichworte: Verbraucherpreise, Geldpolitik, Europäische Zentralbank, haushaltsspezifische Inflationsraten, Energiepreise

Quelle

Tober, Silke (2026): IMK Inflationsmonitor - Kraftstoffpreise bereits im Februar spürbar gestiegen, deutsche Inflation sinkt dennoch auf 1,9 %
IMK Policy Brief Nr. 210, Düsseldorf, 16 Seiten

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