Heizöl- und Kraftstoffpreise lassen deutsche Inflation im März 2026 auf 2,7 % schnellen: IMK Inflationsmonitor
Die deutsche Inflationsrate erhöhte sich im März 2026 wie erwartet deutlich, und zwar auf 2,7 % nach 1,9 % im Vormonat. Dabei sind 0,8 Prozentpunkte - und damit der gesamte Anstieg gegenüber Februar 2026 - auf den rasanten Anstieg der Heizöl- und Kraftstoffpreise zurückzuführen. Die Energiepreise insgesamt legten um 7,2 % zu, während der Anstieg der Nahrungsmittelpreise im weiten Sinne nur leicht auf 2,0 % stieg. Die Teuerung bei Waren ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol sowie Tabak und bei Dienstleistungen verharrte jeweils leicht abgeschwächt bei 1,9 % bzw. 3,2 %. Daher fiel die Kernrate ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak rundungsbedingt auf 2,3 %.
Die HVPI-Inflation stieg kräftig auf 2,8 % und lag damit weiterhin über der des Euroraums (2,6 %).
Der Preisschub bei den Kraftstoffpreisen hat die Inflationsraten von Familien mit geringen und mittleren Einkommen deutlicher erhöht als bei einkommensstarken Familien und Alleinlebenden, und zwar um mehr als einen Prozentpunkt auf 2,8 % bzw. 2,7 %. Hier wirkt sich auch der Tankrabatt besonders stark aus.
Die Dauer des Irankriegs lässt sich weiterhin nicht abschätzen und ein bis zum Sommer begrenzter Höhenflug der Rohöl- und Erdgaspreise bleibt ein realistisches Szenario. Die EZB sollte folglich abwarten, statt die Zinsen zu erhöhen, da die hohen Energiepreise die Wirtschaft und insbesondere die angeschlagene Industrie ohnehin belasten.
Stichworte: Verbraucherpreise, Geldpolitik, Europäische Zentralbank, haushaltsspezifische Inflationsraten, Energiepreise, Tankrabatt, Inflationsausgleichsprämie
Quelle
Tober, Silke (2026):
IMK Inflationsmonitor - Heizöl- und Kraftstoffpreise lassen deutsche Inflation im März 2026 auf 2,7 % schnellen
IMK Policy Brief Nr. 212, Düsseldorf, 15 Seiten