Kraftstoffpreise treiben deutsche Inflation im April 2026 auf 2,9 %: IMK Inflationsmonitor
Die deutsche Inflationsrate stieg im April 2026 um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 2,9 %. Dabei hätte der stärkere Anstieg der Kraftstoff- und Heizölpreise die Inflation zwar für sich genommen sogar um 0,3 Prozentpunkte erhöht, aber die Kernrate verringerte sich zugleich leicht. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak legte etwas zu, blieb aber moderat.
Die HVPI-Inflation stieg ebenfalls auf 2,9 % und lag damit erstmals seit Juli 2025 unter der des Euroraums insgesamt (3,0 %).
Der Preisschub bei den Kraftstoffpreisen hat die Inflationsraten von Familien mit geringen und mittleren Einkommen im zweiten Monat des Irankriegs besonders deutlich erhöht, und zwar auf nunmehr 2,9 % bzw. 3,0 %. Dabei gingen 1,3 Prozentpunkte allein auf die Kraftstoffteuerung zurück, verglichen mit 2 Prozentpunkten im zweiten Monat des Ukrainekriegs.
Die EZB war gut beraten, die Zinsen auf ihrer April-Sitzung unverändert zu lassen. Ob eine Zinserhöhung erforderlich wird, hängt davon ab, wie lange die Blockade der Straße von Hormus noch anhält und welche Maßnahmen die Regierungen zur Eindämmung von Zweitrunden ergreifen, darunter günstigenfalls auch eine Neuauflage der Inflationsausgleichsprämie als Ersatz für die vom Bundesrat jüngst abgelehnte, missverständlich kommunizierte und wohl sogar intern falsch verstandene Entlastungsprämie. Gelingt ein Ende des Irankriegs und die Öffnung der Straße von Hormus in den kommenden Wochen, dürfte der Rohölpreis deutlich fallen und mit ihm die Inflation.
Stichworte: Verbraucherpreise, Geldpolitik, Europäische Zentralbank, haushaltsspezifische Inflationsraten, Energiepreise, Tankrabatt, Inflationsausgleichsprämie
Quelle
Tober, Silke (2026):
IMK Inflationsmonitor - Kraftstoffpreise treiben deutsche Inflation im April 2026 auf 2,9 %
IMK Policy Brief Nr. 216, Düsseldorf, 15 Seiten