Inflation steigt im August 2026 auf 2,9 %, Kraftstoffpreise auf historischem Höchststand: IMK Infltionsmonitor
Die Inflationsrate in Deutschland ist im August 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 % gestiegen. Der Anstieg der Kraftstoffpreise hätte eine sogar noch höhere Inflation bewirkt, aber der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln verringerte sich und die Kernrate ohne Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak verharrte bei 2,4 %.
Die HVPI-Inflation lag mit ebenfalls 2,9 % unter der Inflationsrate des Euroraums (3,2 %), die Dienstleistungsteuerung nahm wie auch im VPI ab.
Die kräftigere Teuerung bei den Kraftstoffpreisen (27,7 % nach 23,0 % im Juli 2026) wirkte sich bei Familien mit geringen und mittleren Einkommen am stärksten aus, die Inflationsraten lagen aber überwiegend nah beieinander.
Die Europäische Zentralbank kann die aktuellen Inflationstreiber durch Zinserhöhungen nicht wirksam bekämpfen, hat aber dennoch im September die Finanzierungskosten für die ohnehin stark belastete Wirtschaft erneut erhöht. Richtig ist, dass der Energiepreisschock kräftiger und länger ausfällt als zunächst erwartet. Daher dürften die indirekten Effekte - beispielsweise infolge höherer Transportkosten - stärker ausfallen und die Gefahr von Zweitrundeneffekten zunehmen. Aktuell aber lässt die Lohndynamik nach und der Arbeitsmarkt schwächt sich ab. Die Teuerung bei Dienstleistungen im Euroraum hat sich im August verringert und die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel ist gesunken. Die EZB muss angesichts des Energiepreisschocks zwar wachsam sein. Einen hinreichenden Grund, die Konjunktur durch Zinserhöhungen zusätzlich zu schwächen, gibt es derzeit aber nicht.
Stichworte: Verbraucherpreise, Geldpolitik, Europäische Zentralbank, haushaltsspezifische Inflationsraten, Energiepreise, Tankrabatt, Inflationsausgleichsprämie
Quelle
Tober, Silke (2026):
IMK Infltionsmonitor - Inflation steigt im August 2026 auf 2,9 %, Kraftstoffpreise auf historischem Höchststand
IMK Policy Brief Nr. 224, Düsseldorf, 15 Seiten