Bundeshaushalt: Geplante Kürzungen der nächsten Jahre gefährden Wachstum
Die Beratungen des Bundestags zum Bundeshaushalt 2027 stehen an. Nachdem der Haushalt durch eine schwache Wirtschaftsentwicklung und Steuersenkungen in Schieflage geraten ist, plant die Bundesregierung für die kommenden Jahre Ausgabenkürzungen in fast allen Bereichen. Diese Kürzungen gefährden eine wirtschaftliche Erholung.
Statt eine neue Wohnungsbaugesellschaft zu gründen, sollte die Bundesregierung eine neue Fördersäule für bezahlbares Wohnen schaffen - mit Staatsgarantien und Krediten. Das ginge schneller und wäre wirksamer.
Unsere Umfrage zeigt: Die Debatte über Reformen des Sozialstaats verunsichert die Menschen, belastet den privaten Konsum und schwächt das Vertrauen in die Bundesregierung. Zugleich stoßen die diskutierten Reformen auf breite Ablehnung in der Bevölkerung, auch unter Anhänger*innen der Regierungsparteien. Damit wird die Debatte selbst zum wirtschaftlichen und politischen Risiko.
Das Ende des Tankrabatts und gestiegene Raffineriemargen erhöhen die Inflation deutlich auf 2,8 %. Der Anstieg der Inflation von 1,8 % im Dezember 2025 ist allein dem massiven Preisanstieg bei Kraftstoffen und Heizöl geschuldet. Der Preisanstieg bei Kraftstoffen wirkt sich am stärksten bei Familien mit geringen und mittleren Einkommen aus.
Der nach dem Ampelsystem arbeitende IMK-Konjunkturindikator schaltet von „gelb-rot“ (konjunkturelle Unsicherheit) auf die günstigere Phase „gelb-grün“ (moderater Wachstumspfad). Die konjunkturelle Stabilisierung ist angesichts der andauernden Krise im Iran und der Ukraine bemerkenswert, aber auch mit Vorsicht zu betrachten.
Die anhaltende, durch die Polykrise verursachte Nachfrageschwäche ließ das BIP 2025 stagnieren. Bei gleichzeitig robustem Arbeitsmarkt schwächte sie die Produktivitätsentwicklung weiterhin und ließ die Lohnstückkosten steigen. Darüber hinaus tragen insbesondere unzureichende Investitionen in Digitalisierung und Innovation zur aktuellen Entwicklung bei.
Geht es um die Krise in der deutschen Industrie, dann führen die Chefs gerne die
Arbeitskosten als einen gewichtigen Grund an. Doch eine ebenfalls am Donnerstag veröffentlichte Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung widerlegt das Argument.
Steigende Zinsen und neue Schulden für Verteidigung führen zu einem Anstieg der Zinskosten des Bundes. Diese werden zwar überschätzt, aber schon 2030 könnte der Bund 15% seiner Steuereinnahmen für Zinsen aufwenden müssen. Ein Wert der bis 2050 auf über ein Viertel ansteigen könnte. Eine dauerhafte Kreditfinanzierung für Verteidigung ist daher finanziell nicht nachhaltig.
Unsere Umfrage zeigt: Trotz wiederhergestellter Realeinkommen fühlen sich viele Menschen schlechter gestellt als vor fünf Jahren. Das bremst den Konsum und schwächt das Vertrauen in die Regierung.
Hast Du Lust, mehr über wissenschaftliche Forschungsarbeit zu erfahren? Dann bist Du bei uns genau richtig. Das IMK bietet interessierten Studierenden Einblicke in aktuell laufende Forschungsprojekte. Nähere Infos findest Du unter den Hinweisen.
The Macroeconomic Policy Institute (IMK) is an independent academic institute within the Hans-Böckler-Foundation, a non-profit organisation fostering co-determination and promoting research and academic study. The Foundation is linked to the ...
The Forum for Macroeconomics and Macroeconomic Policies (FMM) aims to be both a platform for discussions about economic theory as well as a forum for economic policy debates. In particular, the forum seeks to promote an exchange between competing ...
Wie kann die nötige sozial-ökologische Transformation gelingen? Wie lassen sich Klimaschutz, makroökonomische Stabilität und sozialer Ausgleich vereinbaren?
In Systemrelevant analysieren führende Wissenschaftler:innen der Hans-Böckler-Stiftung gemeinsam mit Moderator Marco Herack, was Politik und Wirtschaft bewegt.
Quelle: HBS
Quelle: Karsten Schöne
Senior Research Fellows
Die Berufung von Senior Research Fellows im IMK soll die Forschungsarbeit von externen Wissenschaftler:innen mit der Forschungsarbeit des Instituts verknüpfen.
IMK Konjunkturampel
Der Konjunkturindikator (KI) ermittelt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Deutschland innerhalb der nächsten drei Monate eine Rezession (Ampelphase rot) oder einen Boom (Ampelphase grün) erlebt.
Quelle: HBS
Quelle: HBS
Drei Fragen an
In unserer Rubrik 3 Fragen an… stellen wir Ökonom:innen Fragen zu interessanten Forschungsprojekten und aktuellen Themen.
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